Anleitungen
Der milde Weizenlaib für jede Woche: kurzer Vorteig, lange kalte Gare für Aroma, Bräter-Backen für die Kruste. Ohne Hefe, ohne Aufwand.

Auf einen Blick
Sauerteig, Mehl und lauwarmes Wasser zu einer dicken Paste verrühren. Abgedeckt warm (25 bis 30 C) etwa 2 Stunden stehen lassen, bis es blasig und aufgegangen ist.
Mehl, Wasser und Salz zum Vorteig geben und etwa 10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Abdecken.
3 Stunden warm gehen lassen. Nach der Hälfte einmal dehnen und falten: eine Seite hochziehen, über den Teig falten, die Schüssel jeweils eine Vierteldrehung weiter.
20 bis 24 Stunden in den Kühlschrank. Diese langsame, kalte Fermentation bringt das Aroma, also nicht hetzen.
Ein letztes Mal dehnen und falten, zu einer straffen Kugel formen und mit dem Schluss nach oben ins bemehlte Körbchen setzen. Etwa 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen, während der Ofen heizt.
Mit Bräter auf 230 C vorheizen. Teig hineinstürzen, einschneiden, 10 Minuten mit Deckel bei 230 C backen. Auf 190 C reduzieren, weitere 30 Minuten mit Deckel, dann 10 bis 15 Minuten ohne Deckel, bis dunkelbraun und hohl klingend.
Das ist ein mildes Weizen-Sauerteigbrot mit offener Krume, das allein von deinem Sauerteig getrieben wird. Es belohnt Geduld statt Können: Das meiste ist Warten, und die lange kalte Gare im Kühlschrank ist der Ort, an dem Aroma und Frischhaltung entstehen. Back ihn einmal, und der Rhythmus geht in Fleisch und Blut über.
Ergibt einen großen Laib. Die Hydration liegt bei rund 64 %, also gut formbar. Wieg alles ab; Tassen verstecken das Mehl-Wasser-Verhältnis, von dem alles abhängt.
Dein Sauerteig muss triebstark sein: Füttere ihn am Vortag, damit er beim Ansetzen des Vorteigs auf dem Höhepunkt ist. Ein schlapper Sauerteig gibt einen flachen Laib. Vollkorn, Dinkel oder etwas Roggen gehen alle, sie ziehen aber mehr Wasser, also löffelweise zugeben. Wenig Zeit? Lass den Vorteig weg und misch alles auf einmal (insgesamt 475 g Mehl), 3 Stunden Stockgare, dann statt über Nacht 3 bis 4 Stunden warm gehen lassen.
Die Uhr wirkt lang, aber die aktive Zeit liegt unter einer halben Stunde. Ein typischer Ablauf: Sauerteig Freitagvormittag füttern, Vorteig Samstag am späten Nachmittag ansetzen, Samstagabend mischen und Stockgare, über Nacht kalte Gare, dann Sonntag gegen Mittag formen und backen. Weil die lange Phase die passive kalte Gare ist, kannst du sie um ein paar Stunden dehnen oder kürzen, um den Backzeitpunkt genau zu treffen.
Schreib die Schritte einmal in Sourdough Tracker mit, dann kennst du das Timing deiner Küche, und der zweite Laib braucht kein Auf-die-Uhr-Schauen mehr.
Die Stockgare ist fertig, wenn der Teig um etwa die Hälfte aufgegangen ist, luftig und gewölbt wirkt und am Rand ein paar Blasen zeigt, nicht einfach wenn drei Stunden um sind. Für die Stückgare nimm den Fingertest: Finger bemehlen und 1 cm in den Teig drücken. Fertig ist er, wenn die Delle langsam und nur teilweise zurückkommt. Verschwindet sie sofort, braucht er mehr Zeit; bleibt sie stehen, ist er übergart. Bist du unsicher, ob dein Sauerteig stark genug war, lohnt ein Blick auf die Anzeichen, dass dein Sauerteig backbereit ist.
Wenn der schlichte Laib zuverlässig gelingt, variier ihn. Tausch bis zu 30 % des Weißmehls gegen Vollkorn, Dinkel oder etwas Roggen für einen tieferen, erdigeren Laib; jedes davon zieht mehr Wasser, also löffelweise 10 bis 20 g zugeben und dich von der Hydrations-Rechnung leiten lassen. Für einen gefüllten Laib knetest du beim letzten Falten 80 bis 100 g Walnüsse, geröstete Saaten oder getrocknete Cranberrys ein. Ein paar Haferflocken oder Sesam auf dem feuchten, geformten Laib geben eine hübsche, knusprige Oberseite.
Lass den Laib vor dem Anschneiden vollständig auskühlen, mindestens zwei Stunden, sonst bleibt die Krume klitschig. Mit der Schnittfläche nach unten auf einem Brett oder im Stoffbeutel hält er drei bis vier Tage; diese lange kalte Gare gibt ihm die Frische. Zum Einfrieren erst schneiden und luftdicht verpacken, dann direkt gefroren toasten. Ein Brot vom Vortag lebt schön wieder auf: Kruste mit Wasser besprühen und im 180-C-Ofen 8 bis 10 Minuten aufwärmen.
Die meisten Alltagsbrot-Probleme kommen von zwei Dingen: Triebkraft des Sauerteigs und Dauer der Gare. Eine klitschige, dichte Krume bedeutet meist zu kurze Fermentation oder zu frühes Anschneiden; ein flacher, breitlaufender Laib heißt, die Gare lief zu lang oder das Formen war zu locker. Eine blasse, weiche Kruste braucht nur ein heißeres, längeres Fertigbacken ohne Deckel. Taucht derselbe Fehler immer wieder auf, zeigen dir deine mitgeschriebenen Backtage genau, welche Stufe abweicht.
Hier ist alles auf einer Seite. Tippe zum Herunterladen oder pinne es für deinen nächsten Backtag.
HerunterladenHäufige Fragen
Kostenloser Tarif, keine Kreditkarte nötig. Hosting in Deutschland. Export und Löschung sind self-service.

Geschrieben von
Co-Founder + CEO
Julia ist eine der Co-Founder. Sie kümmert sich um Design, Entwicklung, Produkt-Richtung und den Großteil der Support-Antworten am Morgen.
Lies als Nächstes
Sauerteig-Rezepte: jeder Backtag, sortiert nach Können und Zeit
Jedes Sauerteig-Rezept, gruppiert nach Können und Zeit.
Lesen
Die besten Mehle für Sauerteig - und wann du welches nimmst
Eine praktische Übersicht der Mehle, die Hobbybäcker:innen wirklich nutzen.
Lesen
Sauerteig einfrieren, sodass es frisch gebacken schmeckt
Drei Wege, Sauerteig in verschiedenen Stadien einzufrieren, sodass es frisch aufbackt.
Lesen
Wie du jedes Hefe-Brotrezept auf Sauerteig umstellst
Ein Lieblings-Hefe-Rezept lieber mit Sauerteig backen? Hier umstellen.
Lesen