Anleitungen

Sauerteig-Pizza aus dem Haushaltsofen (100 % Sauerteig)

Knusprige, luftige, geblisterte Pizza, allein vom Sauerteig getrieben, gebacken im normalen Ofen. Ohne Hefe, ohne 1000-Euro-Ofen, ohne Abstriche beim Geschmack.

Rezept
Pizza
Italienisch
Julia Yukovich
Julia YukovichCo-Founder + CEO
·28. Juni 2026·
7 Min. Lesezeit
·Aktualisiert

Auf einen Blick

Aktive Zeit: etwa 45 Minuten (plus eine langsame Sauce). Gesamtzeit: 16 bis 40 Stunden, überwiegend Fermentation.
Schwierigkeit: mittel, aber ein Haushaltsofen und ein normaler Backstein reichen völlig.
Ergibt: sechs Pizzen zu je etwa 280 g, zu 100 % vom Sauerteig getrieben, ohne Hefe.
Der Trick fürs Haushaltsofen: den nackten Boden vorbacken, dann belegen und unter maximaler Hitze schnell fertig backen.
Schritt für Schritt
1

Vorteig ansetzen

Den Sauerteig ins warme Wasser einrühren, das Mehl unterrühren, abdecken und 8 bis 12 Stunden bis zur Verdopplung stehen lassen.

2

Mischen und kurze Stockgare

Vorteig mit Mehl, kaltem Wasser und Salz vermengen; zu einem glatten Teig kneten. Nur 1 Stunde Stockgare, mit einer Dehnfaltung nach 30 Minuten. Pizzateig will eine kurze Stockgare, anders als Brot.

3

Zu Kugeln formen

In 6 Kugeln zu je etwa 280 g teilen. Jede straff rundwirken. Kein Öl, kein Grieß in der Box; Grieß würde einziehen und die Hydration verändern.

4

Gare, dann kalt ruhen

Die Kugeln 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen, dann 12 bis 24 Stunden kühl stellen. 1 bis 2 Stunden vor dem Backen herausnehmen, damit sie Temperatur annehmen.

5

Sauce machen

Diese Sauce belohnt Zeit. Brate die Tomaten (Cherrytomaten sind super) mit etwas gehackter Zwiebel kurz scharf an, dann nach Lust mit einem Schuss Wein ablöschen, und gib das Olivenöl erst nach dem scharfen Anbraten dazu. Hitze ganz runterschalten und 1 bis 4 Stunden köcheln lassen, immer wieder etwas Wasser angießen und rühren, damit nichts anbrennt. Mit italienischen Kräutern, Salz und Pfeffer würzen. Nach 1 bis 2 Stunden lassen sich die kleinen Tomaten gut zerdrücken; wer mag, püriert alles (die Zwiebel verschwindet darin). Eine letzte Ladung Kräuter am Ende macht sie richtig reich. Ofen-Alternative: die Tomaten mit Kräutern im Ofen rösten, danach noch etwas Öl und Kräuter unterrühren.

6

Ausziehen und vorbacken

Ofen auf Maximum heizen, Stein oder Stahl im oberen Drittel. Eine Kugel mit Grieß bestäuben, von Hand ausziehen und den nackten Boden 2 bis 3 Minuten vorbacken, bis der Rand steht. Das Vorbacken hält den Boden knusprig und verhindert, dass der Belag beim längeren Fertigbacken verbrennt. Wer einen weicheren Boden mag, bestreicht ihn schon vor dem Vorbacken dünn mit Sauce.

7

Belegen und fertig backen

Nach dem Vorbacken die Sauce (falls noch nicht geschehen) und den Belag auflegen, den Rand mit Olivenöl bestreichen, dann weitere 6 bis 9 Minuten backen, bis geblistert und goldbraun. Klassisch sind Mozzarella-Streifen, Parmesan und Basilikum. Die Zeit an deinen Belag anpassen, wässriges Gemüse wie Aubergine vorgaren und Empfindliches wie Burrata erst nach dem Backen auflegen.

Ja, ein Haushaltsofen reicht

Du brauchst keinen 450-C-Holzofen für ausgezeichnete Pizza. Am meisten zählen zwei Dinge: ein gut fermentierter Teig und ein cleveres Backen: Backe den nackten Boden vor, damit die Kruste steht, dann belegen und schnell fertig backen. Ein Backstein oder Stahl oben im Ofen, voll aufgedreht, macht den Rest. Der Teig ist 100 % Sauerteig, also milder und bekömmlicher als Hefe-Pizza, mit langsam fermentiertem Geschmack.

Was du brauchst

Ergibt 6 Pizzen. Nimm ein moderates Tipo-00-Mehl: das stärkste Mehl mit dem höchsten Proteingehalt rächt sich und gibt einen gummiartigen Boden, der beim Ausziehen zurückschnellt.

Vorteig: 20 g aktiver Sauerteig, 200 g warmes Wasser, 200 g Pizzamehl (Tipo 00)
Hauptteig: der ganze Vorteig, 800 g Pizzamehl (Tipo 00), 450 g kaltes Wasser, 27 g Salz
Sauce: 400 g Tomaten (z.B. Cherrytomaten), 1/2 kleine Zwiebel, Olivenöl, ein Schuss Weißwein (optional), italienische Kräuter, Salz und Pfeffer
Belag: Fior di Latte oder fester Mozzarella, Parmesan, Basilikum, Olivenöl, Hartweizengrieß zum Formen

Zwei Details, die den Unterschied machen

Schneide den Mozzarella in etwa 8 mm dicke Streifen und lass ihn abtropfen, damit er die Pizza nicht flutet; in Lake eingelegt schneidest du ihn am Vortag und lässt ihn im Sieb abtropfen. Und leg das Basilikum unter den Käse, damit es dämpft statt verbrennt. Zieh den Teig von Hand von der Mitte nach außen, drück die Luft in den Rand, und roll ihn nie mit dem Nudelholz.

Ein Zeitplan, der den Pizzaabend leicht macht

Pizzateig ist der Freund jedes Planers, weil die lange Phase unbeaufsichtigt im Kühlschrank passiert. Starte mit einem triebstarken, gut gefütterten Sauerteig, setz den Vorteig am Vorabend an, misch und mach am nächsten Morgen die kurze Stockgare, form Kugeln, und der Teig ruht 12 bis 24 Stunden kalt bis zum Abendessen. Er hält bis zu drei Tage, ein Mittwoch-Ansatz ist also an jedem Abend der Woche bereit und wird mit der Zeit säuerlicher und aromatischer. Nimm die Kugeln ein bis zwei Stunden vor dem Backen heraus, damit sie sich entspannen und ausziehen lassen, ohne zurückzuschnellen.

Mach die langsame Sauce, während der Ofen vorheizt, und sobald du einen Durchgang in Sourdough Tracker mitschreibst, weißt du genau, wann dein Teig seinen Höhepunkt erreicht.

Wie du im Haushaltsofen Röstung herauskitzelst

Ein Haushaltsofen schafft etwa 250 bis 300 C, deutlich unter den 450 C einer Pizzeria, also baust du die Röstung gezielt auf, statt sie reinzubrennen. Heiz den Stein oder Stahl eine ganze Stunde vor, nicht zehn Minuten, damit er voll mit Hitze gesättigt ist. Back im oberen Drittel, wo es am heißesten ist, und schalt für die letzten ein, zwei Minuten den Grill zu, um den Rand zu blistern und Käse-Flecken zu schmelzen. Ein Stahl schlägt hier einen Stein, weil er Hitze schneller in den Boden gibt und dir Ofentrieb verschafft, bevor der Belag verbrennt. Das Vorbacken macht den Rest: Es lässt die Kruste stehen, damit der Boden knusprig wird statt unter der Sauce durchzuweichen.

Wenn der Teig sich wehrt

Schnellt der Teig beim Ausziehen jedes Mal zurück, ist er entweder zu kalt oder zu kurz gegangen: lass ihn die vollen ein bis zwei Stunden akklimatisieren, und gib der kalten Ruhe nächstes Mal länger, damit sich das Gluten entspannt. Risse und dünne Stellen heißen, du ziehst an einer Stelle zu fest; arbeite gleichmäßig von der Mitte nach außen und lass die Schwerkraft helfen, indem du ihn über die Knöchel hängst. Ein durchweichter Boden kommt fast immer von zu viel nasser Sauce, vom ausgelassenen Vorbacken oder von einer Hydration, die du durch eingearbeitetes Mehl verschoben hast; ein Boden, der nicht bräunt, bedeutet, der Stein war nicht heiß genug oder das Rost zu tief. Nichts davon braucht einen teuren Ofen, nur einen heißen Stein und einen richtig reifen Teig.

Häufige Fragen

Häufig gefragt

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Julia Yukovich

Geschrieben von

Julia Yukovich

Co-Founder + CEO

Julia ist eine der Co-Founder. Sie kümmert sich um Design, Entwicklung, Produkt-Richtung und den Großteil der Support-Antworten am Morgen.

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