Anleitungen
Nussiger Dinkel ergibt ein herrlich saftiges Sauerteigbrot, wenn du aufhörst, gegen seinen weichen, batterartigen Teig anzukämpfen. Schrot, Lein, Hafer und Sonnenblumenkerne kommen direkt hinein, der nasse Teig in den Kasten, und ein triebstarker Sauerteig macht den Rest - ohne Hefe.

Auf einen Blick
Dinkelmehl, Schrot, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Hafer, Sauerteig, Salz, Zuckerrübensirup und lauwarmes Wasser etwa 5 Minuten zu einem gleichmäßigen, weichen, batterartigen Teig verrühren. Er wird nass und klebrig sein - das ist richtig, also kein Mehl zugeben.
Abgedeckt warm 2 bis 6 Stunden gehen lassen, bis klar verdoppelt, gewölbt und blasig. Eine warme Küche ist schnell, eine kühle langsam. Für mehr Aroma stattdessen über Nacht im Kühlschrank reifen lassen, dann vor dem Einfüllen aufwärmen.
Mit nassem Löffel oder Teigkarte den Teig in die gefettete Kastenform geben und die Oberseite glatt streichen, leicht wölben. Nach Belieben ein paar Hafer- oder Saatenkörner darüberstreuen.
Gehen lassen, bis er um etwa ein Drittel steigt und ein sanft eingedrückter, angefeuchteter Finger eine Delle hinterlässt, die stehen bleibt statt zurückzuspringen - je nach Sauerteig und Küche etwa 1 bis 2 Stunden warm.
Auf 250 C vorheizen. Den Kasten einschießen und Dampf geben (eine Tasse heißes Wasser in ein Blech auf dem Ofenboden). Nach 5 Minuten auf 200 C senken und weiterbacken, insgesamt 40 bis 45 Minuten, bis die Kruste tief braun ist und der Boden beim Klopfen hohl klingt.
Den Laib aus der Form stürzen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen, am besten mehrere Stunden, vor dem ersten Schnitt. Eingewickelt hält er sich gut etwa eine Woche.
Dinkel hat reichlich Gluten, aber es ist dehnbar und empfindlich, deshalb arbeitet der übliche Reflex - fest kneten, straff rund wirken - gegen dich. Dieses Brot macht das Gegenteil. Es ist ein bewusst weicher, fast gießbarer Teig voller Schrot und Saaten, kurz gemischt und dann zum Gehen und Backen in den Kasten gegeben. Die Körner und die lange, sanfte Gare geben ihm ein tiefes, nussiges Aroma und eine saftige Krume, die kein schnelles Weizenbrot erreicht. Das Wichtigste: Der Teig soll nass sein, also gib kein Mehl dazu, um das zu 'beheben'.
Ergibt einen Kastenlaib (ca. 1 kg). Wieg alles ab; die weiche Konsistenz hängt am Wasser-Korn-Verhältnis.
Die Saaten-Flocken-Mischung ist eine Vorlage, keine Vorschrift: Kürbiskerne, Sesam, Chia, Hirse oder Roggenschrot passen alle, und Haferflocken können zu Dinkel- oder Gerstenflocken werden - halte das Gesamtgewicht aus Saaten und Flocken bei rund 130 g, damit die Hydration stimmt. Der Löffel Zuckerrübensirup oder Honig füttert die Gare und rundet das Aroma ab; als Süße schmeckst du ihn nicht. Ein kräftiger Sauerteig treibt das ganz ohne Hefe; ist deiner jung oder träge, gib zur Sicherheit eine kleine Prise Hefe dazu, während du ihn aufbaust. Wie die Getreidewahl einen Laib verändert, steht im Mehl-Guide, und warum sich dieser nasse Teig so anders verhält, im Hydrations-Guide. Die Stock- und Stückgare in Sourdough Tracker zu loggen hilft, diesen weichen Teig nächstes Mal zu lesen.
Zwei Zeichen entscheiden über diesen Laib. Für die Stockgare willst du den Teig wirklich verdoppelt und gewölbt, mit Blasen, die ihn durchziehen - in einer warmen Küche können das zwei Stunden sein, in einer kühlen eher sechs. Für die Stückgare im Kasten achte darauf, dass er um etwa ein Drittel steigt, und nimm den Fingertest: Finger anfeuchten und sanft eindrücken. Bleibt die Delle stehen, statt sofort zurückzuspringen, ist er backreif. Weil es ein nasser, saatenreicher Teig ist, bläht er nicht auf wie ein magerer Weizenlaib, also vertrau dem Aufgang und der Delle mehr als einer festen Minutenzahl.
Wenn du Zeit hast, lass die Stockgare über Nacht im Kühlschrank reifen. Eine kalte, langsame Gare baut ein tieferes, säuerlicheres Aroma auf und festigt den Teig etwas, weil Schrot und Saaten weiter Wasser ziehen, was das Einfüllen in den Kasten erleichtert. Für die Stückgare wieder auf Raumtemperatur bringen. So oder so: den fertigen Laib vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen - ein körniges Dinkelbrot wird wie Roggen erst beim Abkühlen fertig, zu früh geschnitten bleibt die Krume feucht.
Häufige Fragen
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Geschrieben von
Co-Founder + CEO
Julia ist eine der Co-Founder. Sie kümmert sich um Design, Entwicklung, Produkt-Richtung und den Großteil der Support-Antworten am Morgen.
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